Das Pflegeheim

Was kostet die Unterbringung? Gibt es Alternativen?

Wenn ältere Menschen plötzlich pflegebedürftig werden, scheint die Unterbringung im Pflegeheim oft unumgänglich. Während das Konzept des generationenübergreifenden Zusammenlebens vor einigen Jahrzehnten noch üblich war und es den Angehörigen ermöglichte, die Pflege der betreuungsbedürftigen Person zu übernehmen, scheitert diese Aufgabe heutzutage meist an den sich ändernden Lebensstrukturen.
So existiert das Bild der Hausfrau und Mutter, die zu Hause bleibt, um sich um Haushalt und Familie zu kümmern, nur noch vereinzelt. Beruf und Karriere wird mittlerweile bei beiden Geschlechtern hohe Priorität eingeräumt, was es den Angehörigen schlichtweg unmöglich macht, für die Pflege der hilfsbedürftigen Person im angemessenen Rahmen aufzukommen. Hier kann ein Pflegeheim Abhilfe schaffen.

Pflegeheime in Deutschland

Ein Pflegeheim – auch Altenheim, Seniorenheim oder Seniorenresidenz genannt – ist eine Wohneinrichtung für ältere Menschen, in der sie von professionellen Pflegekräften betreut und gepflegt werden. Das kann vollstationär (24 Stunden) oder teilstationär (nur tagsüber oder nur nachts) erfolgen. Dabei handelt es sich in der Regel um eine dauerhafte Unterbringung, einige Pflegeheime bieten aber auch eine zeitlich befristete Kurzzeitpflege an. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels steigt die Zahl der Pflegeheime in Deutschland kontinuierlich. 2015 lag die Zahl bundesweit bei knapp 13.600 Pflegeeinrichtungen.

Begriffsbestimmung

Der Begriff „Pflegeheim“ wird häufig synonym mit „Altenheim“ verwendet. Dabei handelt es sich bei einem Pflegeheim streng genommen um sämtliche Einrichtungen, die dazu dienen, pflegebedürftige Menschen unter der Verantwortung professioneller Pflegekräfte stationär zu versorgen, so z.B. auch Einrichtungen der Behindertenhilfe. Demgegenüber wird die Bezeichnung Altenheim allgemeinsprachlich als Oberbegriff für die stationäre Fremdversorgung älterer Menschen verwendet. Fachsprachlich kann je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit nochmals unterschieden werden in:

  • Altenwohnheim: Dabei handelt es sich um ein Wohnkonzept, bei dem der Schwerpunkt auf der Integration des Bewohners in sein soziales Umfeld sowie den weitgehenden Erhalt der Selbstständigkeit liegt. Die Bewohner sind nicht pflegebedürftig und folglich noch dazu imstande, einen eigenen Haushalt zu führen.
  • Altenheim: Auch im Altenheim liegt der Fokus auf dem Führen eines möglichst selbstbestimmten Lebens. Der Bewohner ist in geringem Maße pflegebedürftig und führt aus diesem Grund auch keinen eigenen Haushalt mehr.
  • Altenpflegeheim: Hier ist der Abhängigkeitsgrad des Pflegebedürftigen von der Versorgung durch Dritte sehr ausgeprägt.

Obwohl in Deutschland meist von „Altenheimen“ die Rede ist, überwiegt die Anzahl der Altenpflegeheime hierzulande deutlich. Sie bieten die vollstationäre Dauerpflege ihrer Bewohner an.

Versorgungsangebot im Altenheim

Das Versorgungsangebot der Altenheime umfasst in erster Linie die umfassende Betreuung kranker und pflegbedürftiger Senioren. Die Grundpflege erfolgt bedarfsorientiert und beinhaltet je nach Schweregrad der Pflegebedürftigkeit folgende Leistungen:

  • Körperpflege: Hilfe beim Waschen, Baden, Kämmen, Rasieren, der Zahnreinigung sowie der Darm- und Blasenentleerung
  • Ernährung: Zubereitung von Mahlzeiten, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme
  • Mobilität: Unterstützung beim Aufstehen und Zubettgehen, beim An- und Auskleiden, beim Gehen, Stehen und Treppensteigen

Ziel von Pflegeheimen sollte es sein, die noch vorhandenen Restfähigkeiten der Senioren so lange wie möglich zu erhalten und den Bewohnern einen glücklichen Lebensabend in angenehmer Wohnatmosphäre zu ermöglichen. Zu diesem Zweck bieten Altenheime teilweise umfassende Freizeitangebote und eine liebevolle persönliche Betreuung an.

Je nach Einrichtung ergeben sich hier jedoch teils gravierende Unterschiede. So standen diverse Pflegeheime in der Vergangenheit vermehrt in der Kritik, die Pflegebedürftigen nicht würdig und sorgfältig genug zu behandeln. Immer wieder ist von bettlägerig gehaltenen Heimbewohnern, die aufgrund der Missstände Wundliegegeschwüre erleiden, die Rede.

Bemessung des Heimentgeltes

Die Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim sind recht unterschiedlich und hängen von der Pflegeintensität, dem Bundesland und der jeweiligen Einrichtung ab. Grundsätzlich lassen sich die Kosten in drei Bereiche untergliedern:

  • 1) Pflegekosten (durchschnittlich 3.000 Euro monatlich bundesweit)
  • 2) Kosten für Unterkunft und Verpflegung (mehrere hundert Euro monatlich bundesweit)
  • 3) Investitionskosten (durchschnittlich 500 Euro monatlich bundesweit)

Zusätzlich können Kosten für Wahlleistungen anfallen, die der pflegebedürftige Angehörige in Anspruch nimmt.

Einen Teil der Pflegekosten übernimmt in der Regel die Pflegeversicherung. Die konkrete Summe orientiert sich an dem Pflegegrad der betreuungsbedürftigen Person, wobei ein höherer Pflegegrad eine höhere Bezuschussung bedeutet. Die verbleibenden Kosten muss der Bewohner selbst tragen. Wenn sein Vermögen dazu nicht ausreicht, werden die Angehörigen zur Kasse gebeten. Unter Umständen wird auch ein Teil der Kosten durch das Sozialamt abgedeckt.

Die Seniorenbetreuung im Altenheim ohne Pflegegrad ist zwar grundsätzlich möglich, aber sehr kostspielig, da die Leistungen der Pflegeversicherung entfallen. Zusätzlich muss eine Heimbedürftigkeitsbescheinigung vorgelegt werden.

Kostenvergleich stationäre vs. häusliche Pflege

Die Unterbringung in einem Pflegeheim kann bis zu 6.000 Euro monatlich kosten. Je nach Pflegegrad und Region liegt der Eigenanteil dabei zwischen 1.000 und 5.000 Euro. Das ist eine stolze Summe, die die Senioren bzw. ihre Angehörigen häufig weder tragen können noch wollen.

Hier stellt die häusliche Pflege eine sinnvolle Alternative dar. Die durchschnittlichen Monatskosten für die 24-Stunden-Betreuung in den eigenen vier Wänden liegen zwischen 2.000 und 2.500 Euro. Das entspricht einer monatlichen Eigenleistung von durchschnittlich 1.000 bis 1.400 Euro. Die 24-Stunden-Pflege bringt somit einen entscheidenden Preisvorteil gegenüber der meist deutlich teureren Unterbringung im Altenheim mit sich (siehe hierzu auch: Kosten für die Pflege).

Unterbringung im Pflegeheim alternativlos?

Vielen älteren Menschen graut es vor der Unterbringung in einem Pflegeheim. Die gewohnte Lebensumgebung vom einen auf den anderen Tag verlassen, Freunde und Nachbarn zurücklassen zu müssen, ist für die meisten Senioren unvorstellbar. Nicht wenige fühlen sich abgeschoben und nicht geliebt, wenn die Diskussion um das Altenheim aufkommt. Auch stehen viele Pflegeeinrichtungen in der Kritik, die Pflegebedürftigen nur unzureichend zu versorgen.

Hier kommt die häusliche Pflege ins Spiel. Im Rahmen der 24-Stunden-Betreuung kommt eine Pflegekraft in den Haushalt Ihres pflegebedürftigen Angehörigen, die diesen bei der Bewältigung des alltäglichen Lebens tatkräftig unterstützt. Das bietet den Vorteil, dass Ihr Angehöriger von einer Rundum-Betreuung profitiert ohne die eigenen vier Wände verlassen zu müssen.

Bei Pflegenio haben Sie die Möglichkeit, passende Pflegekräfte über unseren Pflegefinder zu suchen. Es handelt sich dabei um eine übersichtliche Online-Datenbank, die Ihnen die einzelnen Leistungen, Kompetenzen und Kosten einer Pflegekraft übersichtlich und transparent aufführt. Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie mehr zur 24-Stunden-Betreuung allgemein oder zum Pflegefinder von Pflegenio erfahren wollen. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!