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Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch werden bereits ab Pflegegrad 1 mit bis zu 40 Euro monatlich von der Pflegekasse bezuschusst.

Pflegehilfsmittel erleichtern Pflegebedürftigen und ihren pflegenden Angehörigen den Alltag enorm. Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen - das alles wird in der täglichen Pflege benötigt. Die Kosten läppern sich hier schnell, schließlich muss man die meisten Verbrauchsmittel bereits nach einmaliger Benutzung entsorgen. Viele Angehörige zahlen die benötigten Pflegehilfsmittel zum Verbrauch selbst. Dabei übernimmt die Pflegekasse zumindest einen Teil der Kosten. Welche Produkte in die Kategorie der Pflegehilfsmittel fallen und welche Voraussetzungen für eine Kostenübernahme durch die Pflegekasse erfüllt sein müssen, haben wir für Sie zusammengetragen.

Voraussetzungen

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch nehmen eine Sonderstellung unter den Hilfsmitteln für Senioren ein. Die Kostenerstattung durch die Pflegekasse ist nämlich hier sogar ohne ärztliche Bescheinigung möglich. Damit Pflegebedürftige Pflegehilfsmittel zum Verbrauch erhalten, müssen folgende drei Voraussetzungen erfüllt sein:

  • • Anerkannter Pflegegrad (1-5)
  • • Pflege daheim, in einer WG oder in einer Einrichtung für Betreutes Wohnen
  • • Pflege ganz oder in Teilen durch Angehörige, Freunde, Bekannte oder eine 24-Stunden-Pflegekraft (Ihr Anspruch auf Kostenerstattung erlischt nicht durch die zusätzliche Pflege durch einen ambulanten Pflegedienst)

Was sind Pflegehilfsmittel?

Im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen findet sich eine Liste von Produkten, die in die Leistungspflicht der Kassen fallen. Die Kassen übernehmen also für all diese Produkte die Kosten bzw. überlassen sie leihweise. Die Hilfsmittel sind nach Produktgruppen (1 bis 99) sortiert, darunter auch Pflegehilfsmittel für die häusliche Pflege. Diese sind in den Produktgruppen 50 bis 54 gelistet und umfassen im Detail:

  • PG 50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
  • PG 51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege/ Hygiene
  • PG 52: Pflegehilfsmittel zur selbstständigen Lebensführung/ Mobilität
  • PG 53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden
  • PG 54: Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel

Bei den Hilfsmitteln der Produktgruppen 50, 52 und 53 handelt es sich um technische Hilfsmittel. Diese überlässt die Pflegekasse den Pflegebedürftigen in der Regel leihweise. Die Hilfsmittel der Produktgruppe 51 umfassen Hygieneprodukte und die Produktgruppe 54 die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch.

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch sollten aufgrund ihrer Beschaffenheit i.d.R. nur einmal verwendet werden. Es handelt sich dabei um Verbrauchsgüter, die im Wesentlichen die folgenden Produkte umfassen:

  • • Inkontinenzmaterial (Vorlagen, Windelhosen, etc.)
  • • Schutzbekleidung (Schutzschürzen, Einmalhandschuhe, Fingerlinge und Mundschutz)
  • • Hände- und Flächendesinfektionsmittel
  • • Saugende Bettschutzeinlagen zum einmaligen Gebrauch

Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittle

Pflegebedürftige, die über einen anerkannten Pflegegrad verfügen und zu Hause von Angehörigen, Freunden oder Bekannten gepflegt werden, haben einen gesetzlichen Anspruch auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Der Kauf wird von der Pflegekasse mit monatlich 40 Euro bezuschusst. Kosten, die die 40 Euro übersteigen, müssen der Pflegebedürftige bzw. seine Angehörigen selber tragen. Die Hilfsmittel der Produktgruppe 54 werden in der Regel direkt mit der Pflegekasse abgerechnet. Am einfachsten ist es, sich eine Hilfsmittelbox online zusammenzustellen, deren Wert 40 Euro nicht überschreitet. Diese bekommen Sie dann ganz einfach jeden Monat kostenlos nach Hause geliefert. Anbieter derartiger Hilfsmittelboxen übernehmen i.d.R. auch den Genehmigungsprozess bei Ihrer Kasse, so dass Sie sich um nichts mehr kümmern müssen.

Kostenübernahme abgelehent? Widerspruch einlegen?

Es kommt immer wieder vor, dass die Pflegekassen die Leistungen für Pflegehilfsmittel ablehnen, da sie der Meinung sind, dass bei einem niedrigen Pflegegrad kein Bedarf für diese Produkte bestünde. Das ist jedoch nicht immer der Fall. Legen Sie bei einer Ablehnung deshalb unbedingt direkt Widerspruch ein und ziehen Sie den MDK hinzu. Nur dieser (und der MEDICPROOF) kann die Bedürftigkeit der Versicherten feststellen.

Pflegehilfsmittel beantragen

Wenn Sie die Dienstleistung der Hilfsmittelbox-Anbieter nicht in Anspruch nehmen wollen, können Sie natürlich auch selbst die Kostenübernahme direkt bei der Pflegekasse beantragen. Für einen Antrag auf Pflegehilfsmittel zum Verbrauch benötigen Sie keine ärztliche Bescheinigung. Der Antrag auf Kostenübernahme besteht aus:

  • • einem Formular zur Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel (Anlage 4),
  • • der Erklärung zum Erhalt von Pflegehilfsmitteln (Anlage 2).

Füllen Sie zunächst das Formular zur Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel aus und lassen Sie es vom Pflegebedürftigen, seinem Bevollmächtigten oder Betreuer unterschreiben. Auf Anlage 4 tragen Sie ein, welche Hilfsmittel Sie jeden Monat brauchen. Sollten Sie später zusätzliche Produkte benötigen, können Sie nachträglich noch Änderungen vornehmen. Auf Anlage 2 bestätigen Sie den Erhalt der Pflegehilfsmittel. Auch diese muss der Pflegebedürftige bzw. sein Vertreter unterschreiben. Die Pflegekasse erteilt eine Genehmigung für gewöhnlich innerhalb von vier Wochen. Manche Kassen genehmigen die Kostenübernahme für einen unbegrenzten Zeitraum, andere wiederum geben eine bestimmte Laufzeit vor. In diesem Fall müssen Sie daran denken, rechtzeitig vor Ablauf einen neuen Antrag zu stellen.