Technische Pflegehilfsmittel

Um die Pflege zu Hause zu erleichtern, finanzieren bzw. bezuschussen die Pflegekassen die Anschaffung von Pflegehilfsmitteln.

Um die Pflege zu Hause zu erleichtern, finanzieren bzw. bezuschussen die Pflegekassen die Anschaffung von Pflegehilfsmitteln. Diese werden in „zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel“ (z.B. Bettschutzeinlagen) und „technische Pflegehilfsmittel“ (z.B. Treppenlifter) unterteilt. Dieser Artikel gibt Ihnen einen Überblick über technische Pflegehilfsmittel.

Im Hilfsmittelverzeichnis der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen findet sich eine Liste von Produkten, die in die Leistungspflicht der Kassen fallen. Die Kassen übernehmen also für all diese Produkte die Kosten bzw. überlassen sie leihweise. Die Hilfsmittel sind nach Produktgruppen (1 bis 99) sortiert, darunter auch Pflegehilfsmittel für die häusliche Pflege. Diese sind in den Produktgruppen (PG) 50 bis 54 gelistet und umfassen im Detail:

  • • PG 50: Pflegehilfsmittel zur Erleichterung der Pflege
  • • PG 51: Pflegehilfsmittel zur Körperpflege/ Hygiene
  • • PG 52: Pflegehilfsmittel zur selbstständigen Lebensführung/ Mobilität
  • • PG 53: Pflegehilfsmittel zur Linderung von Beschwerden
  • • PG 54: Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel.

Bei den Hilfsmitteln der Produktgruppen 50, 52 und 53 handelt es sich um technische Hilfsmittel. Die Hilfsmittel der Produktgruppe 51 umfassen Hygieneprodukte und die Produktgruppe 54 die Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, weitere Informationen hierzu finden Sie hier.

Produktgruppe 50 (PG 50)

Die häufigsten Hilfsmittel in dieser Produktgruppe sind das Pflege-/ Krankenbett und der Treppenlifter. Ein Pflege-/Krankenbett dient als Erleichterung sowohl für den zu Pflegenden als auch für die pflegende Person. Es ist höhen- und positionsverstellbar und so z.B. praktisch für die Nahrungsaufnahme oder die Körperpflege. Je nach Bedürfnis des Patienten können andere Funktionen, wie zum Beispiel eine Aufrichthilfe oder Fixierungsvorrichtungen, hinzugefügt werden. Sie können ein Pflegebett z.B. über die Sanitätshäuser beziehen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Krankenbett und einem Pflegebett?

Der Unterschied zwischen Kranken- und Pflegebett liegt allein in der Finanzierung. Die Kosten für das Krankenbett werden von der Krankenkasse übernommen. Entsprechend muss nur eine ärztliche Verordnung vorliegen, ein Pflegegrad ist nicht notwendig. Das Pflegebett wird hingegen von der Pflegekasse finanziert, wenn ein offizieller Pflegegrad vorliegt. Sollten beide Kassen den Antrag auf ein Pflege-/Krankenbett ablehnen, steht es Ihnen binnen 4 Wochen frei, Widerspruch gegen die Bescheide einzulegen.

Welche Alternative gibt es zu einem Pflege-/Krankenbett?

Eine Alternative oder ein Zusatz zum Pflege-/Krankenbett kann ein Bettlifter sein, der zusätzlich am Bett befestigt wird. Dieser dient als Hebehilfe oder zur Hilfe des Positionswechsels. Es wird unterschieden zwischen Hebehilfen und Personenlifter. Lifter sind elektrisch betrieben und übernehmen den kompletten Vorgang die Person zu bewegen, während Hebehilfen nur zur Unterstützung dienen. Die Anschaffung von Hebehilfen oder Personenliftern kann individuell nach Bedarf angepasst werden. Ob die Kranken- oder Pflegekasse die Kosten erstattet, gilt im Einzelfall zu klären, da sich die Zuständigkeiten teilweise überschneiden, bzw. eine prozentuale Aufteilung der Ausgaben vorgesehen ist. Für detaillierte Informationen fragen Sie bitte direkt bei Ihrer Krankenkasse nach.

Der Treppenlifter

In ihrer Mobilität eingeschränkte Personen können sich außerdem einen Treppenlifter im Haus installieren lassen, um Stufen einfacher und sicherer hinauf und hinab zu kommen. Je nach Bedarf gibt es unterschiedliche Modelle: Stehlifte, Sitzlifte, Rollstuhllifte oder Außenlifte. Der Einbau eines Treppenlifters gilt als „wohnumfeldverbessernde Maßnahme“ und wird deshalb, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, von der Pflegekasse mit maximal 4.000€ bezuschusst. Wenden Sie sich hierzu bitte ebenfalls an die zuständige Pflegekasse, diese wird Ihnen das entsprechende Antragsformular zusenden.

Produktgruppe 51 (PG 51)

Die häufigsten Hilfsmittel in dieser Produktgruppe sind Produkte, die zur körperlichen Hygiene beitragen. Hierzu zählen z.B. Bettpfannen, Urinflaschen, wiederverwendbare Bettschutzeinlagen sowie Haltegriffe für das Badezimmer.

Produktgruppe 52 (PG 52)

Das häufigste Hilfsmittel in dieser Produktgruppe ist der Rollator. Ein Rollator bietet Sicherheit und erleichtert Menschen mit Gehbeschwerden die Fortbewegung. Unterschieden werden Modelle für den Innen- und Außenbereich. Sie können sich bei Ärzten oder Krankenkassen beraten lassen, welches Modell am besten zu Ihnen oder Ihrem Angehörigen passt. Auch Sanitätshäuser bieten umfassende Informationen zu dem Thema Gehhilfen an und arbeiten direkt mit den Krankenkassen zusammen, sodass Sie dort direkt Rezepte vom Arzt für die verschiedenen Hilfsmittel einlösen können.

Produktgruppe 53 (PG 53)

Die häufigsten Hilfsmittel in dieser Produktgruppe sind Lagerungsrollen. Dabei handelt es sich um Stoffrollen, die die Liegeposition leicht verändern und somit die Beschwerden des permanenten Liegens lindern.

Produktgruppe 54 (PG 54)

Dies umfasst zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Dazu gehören Produkte wie Bettschutzeinlagen, Inkontinenzwindeln, Schutzbekleidung und Desinfektionsmittel. Diese Pflegehilfsmittel können Sie direkt von Sanitätshäusern und Apotheken beziehen. Die Pflegekassen übernehmen die Kosten dieser Sachleistungen bis zu 40 € im Monat - bei vorliegendem Pflegegrad. Weitere Informationen haben wir Ihnen hier zusammen gestellt.