Services für pflegende Angehörige

Um pflegende Angehörige zu entlasten, bieten die Pflegekassen verschiedene Services an.

Wenn sich Menschen dazu entscheiden, einen lieben Verwandten zu pflegen, geht das immer mit einer enormen Verantwortung und meist auch Belastung für die pflegenden Angehörigen einher. Um sich über die verschiedenen Möglichkeiten bereits im Vorfeld informieren zu können und sich dieser Herausforderung gewachsen zu sehen, bieten die Pflegekassen viele verschiedene Services für pflegende Angehörige an. Welche Leistungen Ihnen zustehen und an wen Sie sich im Zweifelsfall wenden können, haben wir für Sie zusammengefasst.

Anspruch auf Pflegeberatung

Pflegebedürftige aller Pflegegrade haben einen Anspruch auf kostenlose Pflegeberatung. Dieses Recht steht auch pflegenden Angehörigen und weiteren ehrenamtlichen Pflegepersonen zu. Das gilt ebenso für Versicherte, die noch keinen Pflegegrad besitzen, bei denen sich aber bereits eine baldige Pflegebedürftigkeit ankündigt. Sobald Ihr Pflegeantrag bei der Pflegekasse eingeht, muss diese:

  • • Ihnen einen konkreten Beratungstermin unter Angabe einer Kontaktperson anbieten, der innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist nach Antragseingang durchzuführen ist;
  • • oder Ihnen einen Beratungsgutschein ausstellen, in dem sie unabhängige Beratungsstellen benennt, bei der Sie Ihren Gutschein innerhalb von zwei Wochen und zulasten der Pflegekasse einlösen können.

Die Pflegeberatung ist freiwillig. Sie kann auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause und zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden. Im Rahmen des Beratungsgesprächs ermittelt der Pflegberater bzw. die Pflegeberaterin den Hilfebedarf des Pflegebedürftigen, informiert die anwesenden Personen umfassend über Angebote und Leistungen und zeigt Möglichkeiten auf, um die pflegenden Angehörigen zu entlasten. Auch im weiteren Verlauf der Pflege steht den Betroffenen eine qualifizierte Beratung zu, z.B. bei Anträgen auf Höherstufung des Pflegegrads oder die Möglichkeiten der Verhinderungs- und Kurzzeitpflege.

Pflegestützpunkte

Zu den unabhängigen und trägerneutralen Beratungsstellen zählen die sogenannten Pflegestützpunkte. Dabei handelt es sich um zentrale Anlaufstellen für Pflegebedürftige und ihre pflegenden Angehörigen, bei denen diese sich zu allen pflegerischen, medizinischen und sozialen Leistungen informieren können. Sämtliche Mitarbeiter*innen aus Kranken- und Pflegekassen, der Altenhilfe und Sozialhilfeträger stehen Hilfesuchenden unter dem Dach der Pflegestützpunkte mit Rat und Tat zur Seite. Die Pflegekassen sind dazu verpflichtet, ihren Versicherten eine Beratung bei einem Pflegestützpunkt zu ermöglichen.

Verpflichtende Pflegeberatung für Pflegegeldempfänger

Pflegegeldempfänger sind nach §37 Abs. 3 SGB XI zu einer persönlichen Beratung verpflichtet. Diese muss

  • - bei Pflegegrad 2 und 3 halbjährlich,
  • - bei Pflegegrad 4 und 5 vierteljährlich

erfolgen. Auch Pflegegeldempfänger mit Pflegegrad 1 und Pflegebedürftige, die Sachleistungen von einem ambulanten Pflegedienst beziehen, können einmal im Halbjahr eine kostenlose Pflegeberatung in Anspruch nehmen. Diese ist dann jedoch freiwillig. Kommen Pflegegeldempfänger der Pflichtberatung nicht nach, müssen sie mit Kürzungen oder sogar der vollständigen Streichung des Pflegegeldes rechnen. Die Pflegeberatung findet in der eigenen Häuslichkeit statt und ist nicht ohne Grund verpflichtend. Sie dient dazu, die Qualität der häuslichen Pflege sicherzustellen, potentielle Problembereiche zu identifizieren und mögliche Lösungsansätze aufzuzeigen. Außerdem haben die Pflegebedürftigen und ihre pflegenden Angehörigen die Möglichkeit, sich persönlich beraten zu lassen und über weitere Unterstützungsangebote zu informieren.

Pflegekurse für pflegende Angehörige

Zu diesen Angeboten zählen auch die Pflegekurse für pflegende Angehörige. Die Betreuung eines hilfsbedürftigen Angehörigen erfordert nicht nur Zeit, sondern auch jede Menge Wissen. Nur bei den wenigsten pflegenden Angehörigen handelt es sich um ausgebildete Pflegekräfte. Damit diese ihre lieben Verwandten dennoch angemessen betreuen können, bietet die Pflegeversicherung kostenlose Pflegekurse für pflegende Angehörige an. Hier lernen die Teilnehmer die Grundlagen der Pflege kennen und bekommen praktische Tipps für ihren Pflegealltag vermittelt. Pflegekurse finden entweder als öffentliche Veranstaltung für mehrere Teilnehmer oder als individuelle Pflegeschulung in der Häuslichkeit des Pflegebedürftigen statt. Wer sich die Betreuung eines pflegebedürftigen Angehörigen nicht selbst zutraut, die Unterbringung im Pflegeheim aber keine Alternative darstellt, ist mit der 24h-Betreuung durch eine Pflegehilfskraft für die häusliche Pflege bestens beraten. Pflegenio vermittelt Betreuungskräfte aus Osteuropa deutschlandweit. Nutzen Sie unseren praktischen Pflegefinder oder kontaktieren Sie uns direkt, um eine passende Pflegekraft für Ihren pflegebedürftigen Angehörigen zu suchen. Wir freuen uns, Ihnen helfen zu können!